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Blutdruck im Griff – warum konsequente Einstellung so wichtig ist
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Gesundheit

Blutdruck im Griff – warum konsequente Einstellung so wichtig ist

7. März 2026

Zu hoher Blutdruck verursacht oft keine spürbaren Beschwerden – und ist genau deshalb gefährlich. Was Sie wissen sollten und wie wir gemeinsam gegensteuern.

Bluthochdruck – medizinisch arterielle Hypertonie – gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland (Robert Koch-Institut, Journal of Health Monitoring, 2017). Schätzungsweise jeder dritte Erwachsene ist betroffen, viele davon wissen es nicht. Denn: Der erhöhte Druck in den Gefäßen macht sich lange Zeit nicht bemerkbar. Kein Schmerz, kein Schwindel, kein Warnsignal. Bis es eines Tages doch eines gibt – in Form eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.

Was gilt als „zu hoch"?

Ein Blutdruckwert von 120/80 mmHg gilt als ideal. Von Bluthochdruck sprechen wir ab Werten von 140/90 mmHg und höher – gemessen an mindestens zwei verschiedenen Tagen. Werte zwischen 130 und 139 (systolisch) nennen wir hochnormal und beobachten sie engmaschig.

Wichtig: Einzelmessungen in der Praxis können durch Aufregung verfälscht sein (Weißkittel-Hypertonie). Heimmes­sungen morgens und abends über mehrere Tage geben uns ein viel realistischeres Bild.

Was passiert im Körper?

Dauerhaft erhöhter Druck schädigt die Innenwände der Blutgefäße. Es entstehen kleine Risse, die der Körper mit Ablagerungen (Plaques) flickt – die Arterien werden enger und starrer. Das Herz muss stärker pumpen, ermüdet langfristig. Die Folgen reichen von Herzinsuffizienz über Nierenschäden bis hin zu Sehstörungen durch Schäden an den Netzhautgefäßen.

Medikamente helfen, aber nur bei richtiger Anwendung

Anders als ein Schmerzmittel, das man spürt, merkt man Blutdrucktabletten oft gar nicht. Genau das ist tückisch: Wer sich gut fühlt, ist versucht, die Tabletten wegzulassen. Doch der Blutdruck steigt dann still und unbemerkt wieder an – oft innerhalb weniger Tage.

Studien zeigen, dass viele Bluthochdruck-Patienten ihre Medikamente langfristig nicht konsequent einnehmen (Bogner, Deutsches Ärzteblatt, 2012; WHO, 2003). Das Ergebnis: Herzinfarkte und Schlaganfälle, die mit konsequenter Therapie vermeidbar gewesen wären. Die Tablette ist keine Schwäche – sie ist Werkzeug. Genau wie das tägliche Zähneputzen: Nicht weil man gerade Schmerzen hat, sondern damit keine entstehen.

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Medikamente niemals eigenmächtig absetzen

Viele Patienten fühlen sich nach einigen Wochen besser und hören mit den Tabletten auf – ein häufiger Fehler. Der Blutdruck steigt dann unbemerkt wieder an. Sprechen Sie immer zuerst mit uns, bevor Sie etwas an Ihrer Medikation ändern.

Medikamente allein reichen selten

Blutdrucksenker sind wirksam – aber sie entfalten ihre volle Wirkung nur im Zusammenspiel mit einem gesunden Lebensstil. Weniger Salz (unter 5 g täglich), kein Alkohol oder deutlich reduzierter Konsum, regelmäßige Bewegung (mindestens 30 Minuten an fünf Tagen pro Woche), Stressabbau und Rauchstopp können den systolischen Wert um 5–20 mmHg senken – ohne eine einzige Tablette (WHO, 2021; ESC/ESH, 2018).

Unser Angebot in der Praxis

Wir messen Ihren Blutdruck bei jedem Besuch, führen bei Bedarf eine Langzeit-Blutdruckmessung durch und passen Ihre Therapie individuell an. Falls nötig, ziehen wir Spezialisten hinzu.

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Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder individuelle Beratung. Bei Fragen oder Beschwerden sprechen Sie bitte mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin.

Sie haben Fragen zu Ihrem Blutdruck oder möchten Ihre Werte überprüfen lassen? Kommen Sie einfach in unsere Praxis in Germendorf – wir nehmen uns Zeit für Sie.

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